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Jörg´s Kolumne


09.07.2007 - 14:05 Uhr

Politik verordnet Zwei-Klassen-Gesellschaft

Der Rotter See Strand als Teil des Naherholungsgebietes

Am Beispiel der Rotter See – Strandbar wird deutlicher denn je, wie Politik unsere Gesellschaft sukzessive in Klassen aufspaltet und so soziale Ungerechtigkeit initiiert! Laut §1, Absatz 1 der Satzung des Rotter See „ist das Gelände des Rotter See eine öffentliche Naherholungseinrichtung der Stadt Troisdorf und dient im Rahmen dieser Satzung jedermann zur Erholung, Freizeitgestaltung und sportlichen Betätigung.“. D.h., ALLE Bürger waren eingeladen, den See zu nutzen, ob wohlhabend oder Hartz IV - Status. Und das Naherholungsgebiet wurde stark frequentiert, gerade im Sommer (Sommerferien) und vor allem von Familien mit Kindern. Gerade für die war der Badestrand des Rotter See eine willkommene - und beim ein oder anderen auch die einzige Alternative, z.B. zu einem teuren Strandurlaub in der Ferne oder einem Besuch im nahe gelegenen Aggua-Spaßbad. Es ist heiß, die Sonne scheint und Kinder sind nur dann zufrieden, wenn sie im Sand am Wasser sitzen und Sandburgen bauen und plantschen dürfen. Und das am besten jeden Tag. Da können dann auch die Eltern mal einen Gang runterschalten. Der Familien-Eintritt kostet aktuell im Aggua-Spaßbad als Vorzugspreis für bis zu zwei Stunden Aufenthalt 14 €. Jetzt haben wir im Sommer aber für gewöhnlich eine ganze Reihe an warmen Tagen…- das läppert sich und außerdem haben die Kids dann noch nichts gegessen. Am Rotter See Strand war das kein Problem. Es wurden Brote geschmiert, ein paar Joghurte, Äpfel und Saft eingepackt, Schwimmflügel noch dazu und los gings. Und das bedeutete Spaß und Erholung für den ganzen Tag und das zum Nulltarif! Jetzt hat der Rotter See Strand zwei Bereiche. Einen 1/3 Bereich für die Allgemeinheit. Und einen 2/3 – Bereich für die Strandbarbesucher. Und in die Strandbar darf eigene Verpflegung nicht mitgebracht werden, sondern hier muss man sich alles kaufen! Vom Eis, über Getränke bis zum Pizzasnack.

Politik kontra Bürger

Aber drehen wir die Zeitleiste noch einmal ein wenig zurück. Am 19.05.2007 sickert die Information, dass hier am Rotter See eine Strandbar eröffnet werden soll mit Hilfe der SPD durch. Dieter Röttgen (SPD-Ratsfraktion) informiert einige Bürger, die unmittelbar am See wohnen davon, das der Bau einer Strandbar am Rotter See beantragt wurde. Wir als Herausgeber der Internetseite RotterSee.de erfahren sehr schnell davon, da uns einer dieser Anwohner den Sachverhalt des Schreibens übermittelt. Sofort wenden wir uns an die Stadt Troisdorf und versuchen, Informationen zu erhalten. Kaum eine Chance. Der eine wiegelt ab, der nächste echauffiert sich, dass die ganze Sache doch bei weitem noch nicht spruchreif sei. Im Bauamt schlussendlich erhalten wir zumindest die Bestätigung darüber, dass es Jemanden gibt, der tatsächlich einen solchen Bauantrag gestellt hat. Seitdem publizieren wir die Geschehnisse rund um das Thema auf unserer Website. Am 21.05.2007 senden Anwohner vom Rotter See eine Beschwerdeliste mit 112 Unterschriften an den Bürgermeister. Keine Reaktion. Am 28.05.2007 sendeten wir von RotterSee.de einen offiziellen Brief an die Stadt und insbesondere an den Bürgermeister mit der Bitte um Stellungnahme. Bis heute keine Antwort. Anwohner besuchten den Bürgermeister sogar in seiner Sprechstunde und schilderten ihm ihre Sorgen und gaben kund, dass sie aus diesen Gründen gegen die Strandbar sind. Die Antwort: “es werde nichts über die Köpfe der Bürger von Rotter See hinweg entschieden. Man wolle doch keinen Krieg mit den Bürgern aus Rotter See“.

Die Realität sieht anders aus!

Am 19.06.2007 wurde die Satzung des Naherholungsgebietes Rotter See dahingehend geändert, dass eine kommerzielle Nutzung rechtlich möglich ist. Federführende Partei die CDU und der Bürgermeister Manfred Uedelhoven! Und dem Strandbarbetreiber wurde die Erlaubnis erteilt, sein Projekt für die Sommermonate dieses Jahres 2007 umzusetzen. So schnell geht das! Und Bürger von Rotter See wurden weder vorher gefragt noch davon informiert. Trotz massivem Protest! Wenn die SPD dieses Schreiben nicht verfasst- und an einige Anwohner gesendet hätte, wären wir vermutlich erst bei den ersten Baumaßnahmen zur Strandbar aufmerksam geworden. Es war also gar nicht erst geplant, uns Bürger hier in eine Entscheidung zu involvieren, die uns aber maßgeblich betreffen wird. Denn wir wohnen hier!

Zwei-Klassen-Gesellschaft am Strand

Es wird also am Rotter See Badestrand eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben, denn im größeren, schöneren, sauberen, feinsandigen und mit leiser Beschallung versehenen Teil der Liegewiese (2/3 Strandbar-Bereich) werden die Kinder und Jugendlichen der Familien spielen, die sich einen sommerlichen Dauerbesuch in der Strandbar leisten können! Hier gibt es exquisite Getränke und der Duft von leichten Snacks zieht durch die Luft. Easy Chilling ist angesagt und das durch einen 2 Meter hohen, mit Bast versehenen Zaun geschützt vor den neidischen Blicken der Kinder, die sich im 1/3 – Bereich der Liegwiese tummeln müssen. Hier sitzt man weiterhin im Entendreck und spielt mit Kieseln. Besser kann man Menschen nicht vor Augen führen, dass sie finanziell schlechter gestellt sind! Und die Politik der Stadt Troisdorf, der Ortsvorsteher Herr Alfons Bogolowski und insbesondere der Bürgermeister Herr Manfred Uedelhoven beförderten aktiv diese untragbare Situation, indem Sie diese Entscheidungen gebilligt bzw. getroffen haben. Für solch ein Fehlverhalten müsste es Gesetze geben, die uns Bürger in die Lage versetzen, unmittelbar eine Art Veto gegen diese Entscheidungen und auch gegen diese Politiker einzulegen. Die müssten wegen groben Verstoßes gegen soziale Prinzipien ihrer Ämter enthoben werden können. Denn Politik bedeutet Verantwortung für Menschen. Es geht auch darum, Situationen zu verhindern, in denen Neid und Missgunst entsteht und sich Menschen minderwertig fühlen müssen, da sie nicht auf der Sonnenseite der Strandbar sitzen. Dafür hat Politik zu sorgen! Und hier in dieser Sache, hat die Troisdorfer Politik eindeutig versagt!

Der Strandbarbetreiber

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass der Strandbarbetreiber ja eigentlich auch unter der Entscheidung der Politik leiden wird. Allerdings, es hätte ihm ebenfalls freigestanden, uns Bürger vorher anzusprechen und mal eine Umfrage zu machen, wie denn eine Strandbar hier angenommen werden würde. Vielleicht hätte er sich dann im Vorfeld schon überlegt, dass das vielleicht keine so gute Idee ist. So ist er ebenfalls Leidtragender dieser politischen Fehlentscheidung, wenn sich seine Investition nicht amortisiert oder sogar ein Minusgeschäft daraus wird. Weil z.B. immer wieder Bürger vor der Strandbar protestieren und die Strandbarbesucher darüber informieren, auf wessen Kosten sie sich hier in den feinen Sand setzen.

Weitere Informationen zum Thema unter www.strandbar-rottersee.de.


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